Mitteilungsblatt Oktober 2016

100 Jahre Fatima:Vorbereitung auf ein großes Jubiläum - Portugal und der Rosenkranz - Beginn des regelmäßigen Apostolats in Kroatien - 25 Jahre St.-Theresien-Gymnasium - Einweihung des neuen Schulhauses in Wangs - Eine neue Gottesburg entsteht - Es gibt nur einen einzigen Weg zum Frieden! - Geht in alle Welt! - Selig die Barmherzigen ... 10. Folge: Gefangene besuchen, Tote begraben - Msgr. Marcel Lefebvre: Christus muss herrschen - Liturgischer Kalender - - Exerzitien und Einkehrtage - Heilige Messen - Buch des Monats - Treue

100 Jahre Fatima

Vorbereitung auf ein großes Jubiläum

Liebe Freunde und Wohltäter! „Die Botschaft von Fatima lässt sich in die Worte zusammenfassen: Die Offenbarung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt von heute!“1 Die Bedeutung von Fatima lässt sich gar nicht hoch genug einschätzen. Jedesmal wenn der allmächtige Gott zur Welt spricht, geht es nicht um Nebensächlichkeiten, oberflächlichen Smalltalk, sondern um hochbedeutsame Dinge. Seit dem Erscheinen unseres Herrn Jesus Christus auf Erden hat Gott zu verschiedenen Malen zu den Menschen gesprochen und direkt in den Weltenlauf eingegriffen, doch noch nie so beeindruckend, unüberhörbar und einschneidend wie es vor 100 Jahren in Fatima geschehen ist.

Es geht um nichts geringeres, als um die Rettung der Welt von heute! Wenn Gott nun in seiner unendlichen Güte den Menschen das Unbefleckte Herz Mariens schenkt, um die Welt zu retten, heißt dies doch, dass ohne dieses Herz die Welt zugrunde ginge, demnach der Menschheit so gewaltige Gefahren drohen, die ohne den Beistand der Gottesmutter nicht überwunden werden können.

Wenn es in Fatima um so viel geht, ja um alles, dann darf man auf diese gewaltige Botschaft des Himmels nicht nur mit halber Aufmerksamkeit hinhören! Leider hat man indes in den Jahrzehnten nach 1917 oft nur halb oder gar nicht hingehört, obwohl Gott doch so deutlich gesprochen hat. Die Folgen ließen nicht auf sich warten. Wer die rettende Hand Gottes ausschlägt, muss es bitter erfahren, was es heißt, sich selbst überlassen zu sein. Das 20. Jahrhundert ging als Jahrhundert der tragischen Rekorde in die Geschichte ein. Noch nie erlebte die Menschheit so viele und schreckliche Kriege und Verfolgungen, einen so teuflischen Massenmord an Unschuldigen, eine so entfesselte Zerstörungswut gegenüber den Kinderseelen wie in den letzten 100 Jahren – bis heute! Leider könnte die Rekordliste beliebig weitergeführt werden. Um nur noch das größte Unglück zu nennen, das den Menschen drohen kann: Bei nüchterner Betrachtung scheint es unbestreitbar zu sein, dass noch nie so viele Menschen der Gefahr ausgesetzt waren, ewig verloren zu gehen wie in diesen Zeiten. „So viele kommen in die Hölle, weil niemand für sie betet und opfert“, klagt U. L. Frau von Fatima. Und darum: „Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen!“

Das Schicksal Spaniens und Portugals

Gott hat also das zeitliche und ewige Wohlergehen der Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens anvertraut! Als grenzenlos zärtlich liebende Mutter sorgt Maria für ihre Kinder natürlich aufs treueste und beste! Wer immer auf ihre Stimme in Fatima hört und seine Zuflucht zu ihr nimmt, wird ihre mütterliche Liebe in beglückendster Weise erfahren. Das hat die Geschichte der letzten 100 Jahre vielfach bewiesen – auch im ganz großen Stil! Um nur ein Beispiel hervorzuheben: In den 1930er Jahren wurde Spanien zum Schauplatz eines grausamen Bürgerkriegs. Tausende von Priestern und Ordensleuten fielen der Wut der kommunistischen Revolutionäre zum Opfer und wurden um ihres Glaubens willen niedergemetzelt, neben unzähligen Laien, die das gleiche Schicksal erfuhren. Das Nachbarland Portugal blieb verschont. Der Unterschied: Portugal hatte sich feierlich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht (13. Mai 1931), Spanien nicht! Schon zuvor hatte die Gottesmutter an Portugal gezeigt, was sie für jene zu tun bereit ist, die ihre Liebe beantworten und sich ihr weihen. Nachdem seit 1910 eine korrupte kirchenfeindliche freimaurerische Regierung das Land immer mehr in den Ruin trieb, blühte dank der denkwürdigen Ereignisse in Fatima im Volk die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens und zum Rosenkranzgebet mächtig auf. Es setzte eine Umwandlung der Herzen und bald der ganzen bürgerlichen Ordnung ein. Die Freimaurer mussten abdanken und mannhafte Katholiken übernahmen die Staatsführung. Zum 25jährigen Jubiläum von Fatima konnten die portugiesischen Bischöfe schreiben: „Wer vor fünfundzwanzig Jahren die Augen geschlossen hätte und sie heute wieder öffnen würde, könnte Portugal nicht wiedererkennen, so tief und durchgreifend ist die Umwandlung, die durch die stille und unsichtbare Wirkkraft der Erscheinung der Königin des heiligen Rosenkranzes hervorgerufen wurde.“

Fatima heute

Gott bleibt seinen Verheißungen treu. Was Er versprochen, das hält Er, auch nach 100 Jahren. Darum hat Fatima an Aktualität und Bedeutung nicht das Geringste eingebüßt, und zwar in weltweitem Maßstab. Was an Portugal geschehen ist, soll nach den Worten der Gottesmutter von Fatima nur Vorspiel, Zeichen und Unterpfand sein für das, was der ganzen Welt an Segen bevorsteht, wenn man auf ihre Forderungen eingeht. Und hier sind wir beim springenden Punkt! Lange genug haben die Menschen die dargereichten rettenden Hände Mariens zurückgewiesen. Man wollte die Träume von einer Zivilisation ohne Gott einfach nicht aufgeben – trotz aller Misserfolge! Wäre es nicht endlich Zeit, aufzuwachen und sich der Realität zu stellen und die Dinge so zu sehen wie Gott sie sieht? Welche Freude würden die Menschen den Herzen Jesu und Mariä bereiten, wenn sie ihnen endlich erlauben würden, die Macht ihrer Erbarmungen an ihnen zu erweisen. Welch ein Segen für die Menschheit! Wird das Fatimajubiläum den Umschwung bringen? Wird es überhaupt einen Umschwung geben? Auf letztere bange Frage können wir – Gott sei Dank! – mit Sicherheit antworten: Ja, es wird einen Umschwung geben, „am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“, ist uns verheißen, wenn auch über das Wann nichts Genaueres gesagt werden kann. Dass Maria eines Tages über die Halsstarrigkeit der Menschen siegen wird, wollte unser Herr selbst uns zum Trost und Ansporn versichern. Bezüglich Deutschland – dieses Land wird hier ohne Zweifel exemplarisch für andere genannt – verhieß Jesus ausdrücklich: „Deutschland wird in den Schafstall des Herrn zurückkehren; dieser Augenblick nähert sich sehr langsam, sehr mühsam, aber er wird schließlich eintreffen, und die Herzen Jesu und Mariens werden dort dann mit Glanz herrschen!“2

Umschwung im Jubiläumsjahr?

Gott lässt sich natürlich nicht in die Karten schauen. Wie schnell sich die Erfüllung der großen Verheißungen nahen wird, können mitunter aber auch wir beeinflussen! Die Herzen Jesu und Mariä möchten uns als Werkzeuge in der Verwirklichung ihrer „Pläne der Barmherzigkeit“ benutzen! Es ist so leicht, auf das Begehren des Himmels zu antworten! Jeder, der ein bisschen Einsicht im Kopf und Liebe im Herzen hat, wird überwältigt sein, wenn er beginnt, die wunderbare Geschichte von Fatima zu studieren. Wer kann sich einer so erfinderischen Liebe der Herzen Jesu und Mariä verweigern? „Wer sich zwei Glutöfen naht, kommt nicht umhin, entflammt zu werden, oder wenigstens etwas von der Glut in sich aufzunehmen.“3 Es muss uns allen eine ehrenvolle Aufgabe sein, im Fatimajahr, ja ab heute schon, uns in die große Botschaft von Fatima zu vertiefen. Nicht nur, um uns faszinieren zu lassen, sondern mehr noch, um besser zu begreifen, was die Gottesmutter konkret von uns will, was es bedeutet, uns dem Unbefleckten Herzen zu weihen und ihr gefügiges Instrument für die Rettung der Welt sowie die Bekehrung der Seelen zu werden.

„Distriktvorsätze“

Damit das Fatimajubiläum für uns alle umso fruchtbarer werde, haben wir auf dem letzten Priestertreffen in Jaidhof folgende Schwerpunkte für das kommende Jahr beschlossen.

1) Eifer im Rosenkranzkreuzzug

Es wird uns eine Ehre sein, uns mit eifriger Opferfreude am Rosenkranzkreuzzug zu beteiligen, der bis zum kommenden 22. August dauern wird. Er ist ein weltweiter Gebetssturm, der sich ganz für die Verwirklichung der Ziele von Fatima einsetzt und jedem einzelnen persönlich hilft, sich nach dem Willen U. L. Frau von Fatima zu heiligen.

2) Die Gründung der Militia Mariae (M.I.) in Österreich u. a.

Was in anderen Ländern (und in Graz) bereits mit Erfolg geschehen ist, haben wir uns im Jubiläumsjahr für unseren Distrikt zum Ziel gesetzt. Der hl. Pater Maximilian Kolbe wurde zeitgleich mit den Erscheinungen in Fatima von der göttlichen Vorsehung auserwählt, eine Ritterschaft zu gründen, die sich für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariä weltweit einsetzt. Jedem Menschen guten Willens ist die Möglichkeit geboten, auf einfachste Weise Ritter zu werden, wirksam für dieses hehre Ziel zu kämpfen und an der Heiligung seiner Seele zu arbeiten. Die M.I. konnte in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum bereits gut Wurzeln fassen, ein monatlicher Rundbrief von Pater Stehlin leitet die Ritter an, ein gut gestalteter Internetauftritt sowie die Zeitschrift „Der Ritter der Immaculata“ eignen sich bestens zur Information und Weitergabe. Gerne hoffe ich, mit unserem Distrikt mithelfen zu können, die ehrgeizige Zielvorgabe zu erreichen, der Gottesmutter im Fatimajahr 100.000 Ritter vorzustellen.

3) Pilgerschaft U. L. Frau von Fatima durch Österreich

Anlässlich unserer jährlichen Prozession zur Mariensäule in Wien werden wir im Mai 2017 eine Fatimastatue segnen, die fortan durch Österreich von Kapelle zu Kapelle, von Familie zu Familie pilgern wird. Möge U. L. Frau von Fatima ihren überreichen Segnungen, die sie in den Jahrzehnten vor dem Einbruch des Modernismus bei ihrer weltweiten Pilgerschaft überall auf die Völker herabströmen ließ, auch im kommenden Jahr erneuern!

4) Offizielle Jubiläumswallfahrt der Priesterbruderschaft nach Fatima

Von Herzen laden wir Sie ein, sich an der großen Wallfahrt der FSSPX nach Fatima vom 21. – 23. August nach Fatima zu beteiligen, soweit es Ihnen möglich ist. Es sind bereits Flugbuchungen für 70 Personen ab Wien und München sowie eine entsprechende Zahl Hotelzimmer in Fatima für unseren Distrikt reserviert. Wir werden Ihnen baldmöglichst genauere Angaben geben können. Sie können sich aber bereits jetzt bei uns in Jaidhof anmelden, damit wir Ihre Teilnahme fix reservieren können. Je mehr sich frühzeitig definitiv entscheiden können, desto rascher und kostengünstiger können wir reagieren, wenn weitere Buchungen vorzunehmen sind.

Gerne werden wir Priester in den kommenden Monaten unser Bestes geben, Ihnen durch Predigten, Publikationen und Ratschläge zu helfen, das Fatimajubiläum heilig und fruchtbar zu begehen. Mögen Jesus und Maria uns alle erleuchten und zu heiligem Eifer entflammen, damit wir immer mehr für ihre Ehre leben und eifrige Apostel ihrer heiligsten Herzen werden – „zur Rettung der Welt von heute“.

Mit herzlichem priesterlichem Segensgruß

P. Stefan Frey

  • 1. Kardinal Cerejeira (*19. November 1888 in Lousado, Portugal, † 2. August 1977 in Lissabon) war Erzbischof und Patriarch von Lissabon
  • 2. Verheißung vom 19.3.1940 an Schwester Lucia
  • 3. Erwürdiger Pater Libermann